|
Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Amtes
Großer Plöner See |
|
Nachdem Schleswig-Holstein aufgrund des Krieges von 1866
eine preußische Provinz wurde, erfolgte nach Einführung der Selbstverwaltung am
1. Oktober 1889 die Bildung preußischer Amtsbezirke. Mit Gesetz vom 6. August
1947 hat der Landtag die Auflösung der in Schleswig-Holstein bestehenden
Amtsbezirke und den Zusammenschluss der kreisangehörigen Gemeinden zu
Verwaltungsgemeinschaften (Ämtern) beschlossen. Es entstanden die Ämter
Ascheberg (Dersau, Dörnick, Nehmten und Kalübbe) und Plön-Land (Bösdorf,
Grebin, Schönweide, Lebrade, Rantzau, Rathjensdorf und Wittmoldt). Der gewaltige Aufgabenzuwachs, der als Folge des
Zusammenbruchs 1945 auf die ehrenamtlich verwalteten Landgemeinden zukam,
machte hauptamtliche Verwaltungen notwendig. Seit dieser Zeit liegt alle
Verwaltungsarbeit für die amtsangehörigen Gemeinden bei den Ämtern. Am 1.
Juni 1970 kam es dann zur Gründung des Amtes Plön-Land unter Zusammenlegung
der bisher nebeneinander bestehenden beiden Ämter (7.600 Einwohner). Zentrum und Amtssitz des damaligen Amtes Plön-Land war die
hauptamtlich verwaltete Kreisstadt Plön. Die Nähe und der Bezug zur Stadt
Plön führten angesichts der Enge des ursprünglichen Amtssitzes am Gänsemarkt
Nr. 5 zu der Idee, die Stadtverwaltung der Stadt Plön und die Amtsverwaltung
Plön-Land in einem neu zu bauenden Verwaltungsgebäude zusammenzufügen. In den
darauf folgenden vier Jahren konnte eine gemeinsame Lösung allerdings nicht
gefunden werden, so dass das Amt Plön-Land im Jahr 1973 am heutigen Amtssitz
aus einem ehemaligen Gärtnereibetrieb gleich neben dem
Kreisverwaltungsgebäude ein Grundstück erwerben konnte und den Bau eines
neuen Verwaltungsgebäudes in Auftrag gab. Dieses Verwaltungsgebäude war nach
modernsten Gesichtspunkten konzipiert und wurde im Mai 1974 von zehn
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bezogen. Das heutige Amtsgebiet grenzt im Norden an das Amt Lütjenburg, im Westen an das Amt Preetz-Land, im Süden an das
Amt Bokhorst-Wankendorf und den Kreis Segeberg, im Osten an den Kreis
Ostholstein sowie an die Kreisstadt Plön. Es umfasst eine Fläche von ca.
16.561 ha und liegt landschaftlich betrachtet im Herzen der Holsteinischen
Schweiz. Die wald- und seenreiche landwirtschaftlich geprägte
Endmoränenlandschaft wird dominiert von dem größten See Schleswig-Holsteins,
dem Großen Plöner See. Vom Bungsberg kommend durchzieht die Schwentine
Richtung Kieler Förde den Amtsbereich. Der Norden ist geprägt durch die sich
schlängelnde Kossau. Der landschaftliche Reiz, aber auch die Nähe zur Ostsee
haben in einem hohen Maße zur touristischen Erschließung mit Hotels und
Pensionen sowie Campingplätzen geführt. Im gesamten Amtsbereich haben sich
kleinere leistungsstarke Gewerbetriebe angesiedelt. Sie schaffen Ausbildungs-
und Arbeitsplätze vor Ort und sorgen mit für die Vitalisierung des ländlichen
Raumes. Trotz des starken Bezugs zur Kreisstadt Plön sind berufsbedingte
Pendlerströme in Richtung Kiel, Neumünster, Segeberg, Hamburg und Lübeck
festzustellen. Hierbei spielen Behörden als Arbeitgeber, wie die Bundeswehr
in Plön, Kiel und Neumünster und die Landespolizeischule in Eutin, eine
besondere Rolle. Plön bietet neben seiner Funktion als Behördenstandort
(Arbeitsamt, Finanzamt, Marineunteroffiziersschule, Kreis- und
Stadtverwaltung) Arbeit auf dem Gebiet des Kleingewerbes und des Handels. Die schulische Versorgung ist über den Schulverband Plön
Stadt und Land, den Schulverband Dannau (Gemeinde Rantzau) sowie eine noch im
Gemeindeeigentum befindliche Grundschule in Dersau gesichert. Darüber hinaus
verfügen die Gemeinden über ein ausreichendes eigenes Kindergartenangebot.
Diese Einrichtungen sind überwiegend in den letzten zehn Jahren entstanden.
In den zum Amt Großer Plöner See gehörenden Gemeinden gibt es sieben Kirchen
verschiedener Konfessionen. Das Amt Großer Plöner See ist heute
Verwaltungsdienstleister für ca. 13.000 Einwohnerinnen und Einwohner in zwölf
Gemeinden. Zukunft des Amtes Großer Plöner See Seit Gründung des Amtes Plön-Land im Jahr 1970 hat sich
vieles verändert: Als die Verwaltung mit ihren damals zehn Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern am 15. Mai 1974 das neue Verwaltungsgebäude in der
Heinrich-Rieper-Straße 8 bezog, war man auf die kommenden 30 Jahre gut
vorbereitet. Bereits damals hat man über die Gründung von
Verwaltungsgemeinschaften mit der Stadt Plön intensiv nachgedacht. Auch wenn die Behörden ihre Eigenständigkeit nicht aufgegeben haben, gibt es gut funktionierende Kooperationen in den Bereichen Schulwesen, Feuerwehr, Abwasserbeseitigung, Standesamtswesen. Dass die Verwaltungen noch intensiver zusammenarbeiten möchten, zeigt sich an dem gemeinsam gefassten Entschluss, eine Ländliche Struktur- und Entwicklungsanalyse als Gutachten in Auftrag zu geben, die gemeinsame Entwicklungspotenziale erkennen und fortführen soll. Das dieses auch kreisübergreifend gewollt ist, zeigt sich an der Entwicklung eines gemeinsamen Konzeptes mit dem Kreis Ostholstein für die Region Schwentine / Holsteinische Schweiz. Der Kreis Plön ist als unser unmittelbarer Nachbar ein
verlässlicher Partner. Auch hier hat sich die Kooperation im
Kommunalverfassungsrecht, Baurecht, Umweltrecht und in allgemeinen
Rechtsfragen verfestigt. Im Rahmen der Verwaltungsstrukturreform haben sich das Amt
Plön-Land und die Gemeinde Bosau mit Wirkung vom 1.1.2007 zum neuen Amt Großer
Plöner See zusammengeschlossen, um die Effektivität der Verwaltungsarbeit zum
Wohle der Bürger weiter zu verbessern. Die Amtsverwaltung versteht sich heute in den
Dienststellen Hutzfeld und Plön als moderner Dienstleistungsbetrieb im
Interesse der Einwohnerinnen und Einwohner. Es gilt, die an den örtlichen
Bedürfnissen orientierten Beschlüsse der Gemeinden und des Amtes vorzubereiten
und auszuführen. Hierzu stehen eine motivierte und qualifizierte, knapp
30-köpfige Belegschaft sowie die heute üblichen technischen Geräte zur
Verfügung. Der Computer ist unser tägliches Handwerkszeug, über den der
Bürger auch von zu Hause aus mit uns kommunizieren kann. Gleichwohl liegt uns
der persönliche Kontakt besonders am Herzen. Diesem Anspruch wollen wir auch
in Zukunft gegenüber unseren Kunden gerecht bleiben. |